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Liebe Leser, dies sind ein paar informative Links, die Ihnen vielleicht helfen können, noch bestehende Fragen zu klären oder einfach tiefer in die Materie einzutauchen. Ich übernehmen allerdings keine Verantwortung für den Inhalt der aufgeführten Links.


F.A.Q. (Frequently Asked Questions)

Brauche ich eine herausnehmbare oder eine feste Spange?

Eigentlich ist herausnehmbar oder festsitzend keine echte Alternative, denn die Geräte haben eine sehr unterschiedliche Leistungsfähigkeit.
Herausnehmbare Geräte können viele Zahnbewegungen nur unzureichend oder gar nicht erreichen – die Ergebnisse sind dementsprechend unbefriedigend. Zudem dauern die Behandlungen auch bei bester Mitarbeit meist viel länger.
Das einzige Einsatzgebiet für herausnehmbare Spangen ist die Korrektur des Bisses.

Soll ein ästhetisch und funktionell perfektes Ergebnis in kurzer Zeit erzielt werden, setze ich eine feste Spange ein. Dafür werden die so genannten Brackets auf der Zahnfläche mit einem speziellen Kunststoff festgeklebt. Die Brackets können auf der Zahnaussen- oder versteckt auf der Zahninnenseite (Lingualtechnik) festgeklebt werden. Für die Zahnaussenseite stehen neben den silberfarbenen Brackets auch zahnfarbene Keramikbrackets zur Verfügung.

Häufig ist es sinnvoll, zunächst mit einer herausnehmbaren Spange den Biss zu korrigieren und im Anschluss in einem zweiten Schritt die Feineinstellung des Bisses sowie die Korrektur der verbliebenen Zahnfehlstellungen mit der festen Spange vorzunehmen.

Das Invisalign-System nimmt meiner Meinung nach eine Position zwischen der typischen herausnehmbaren und der festen Spange ein. Die transparenten Schienen sollen zwar Tag und Nacht getragen werden, können aber zum Essen und Reinigen jederzeit herausgenommen werden. Durch die vollständige Überdeckung der Zähne erweitert sich das Spektrum der möglichen Zahnbewegungen. Im Vergleich mit der festen Zahnspange bleibt das Einsatzgebiet jedoch auf einfachere Behandlungen beschränkt.

Müssen Zähne gezogen werden?

Natürlich ist der Erhalt gesunder Zähne ein ganz verständlicher Wunsch. In seltenen Fällen ist die Extraktion einzelner oder mehrerer Zähne aber unumgänglich. Gründe dafür können sein:

1. Stabilität

Drängen sich zu grosse Zähne in einem zu kleinen Kiefer, wird das biologische System Zahn-Zahnhalteapparat-Knochen durch eine Korrektur ohne Extraktion überstrapaziert. Auf lange Zeit ist mit Schäden am Zahnhalteapparat zu rechnen.

2. Ästhetik

Ist der normale, zwanglose Lippenschluss durch stark herausgekippte Zähne behindert oder entsteht der unangenehme Eindruck „zu viel Zahn", kann das Zahnziehen aus ästhetischen Gründen sinnvoll sein.

3. Korrektur der Bisslage

Bei Erwachsenen mit vergrössertem Überbiss kann die Verschiebung der Zahnreihen zueinander durch Extraktion von zwei oder vier Seitenzähnen überhaupt erst ermöglicht werden

Ob und wie viele Zähne gezogen werden müssen, entscheide ich sehr sorgfältig bei der Auswertung der Planungsunterlagen. In Zweifelsfällen beginne ich zunächst ohne eine Extraktion und überprüfe den Behandlungsplan dann während der laufenden Behandlung auf seine Umsetzbarkeit.

Wie lange dauert eigentlich eine Behandlung?

In der Kieferorthopädie wird unterschieden zwischen der aktiven Behandlung, während der die Zähne an ihre neue Position bewegt werden, und der anschliessenden Retentionsphase, in der die Zähne in ihrer neuen Position gehalten werden.

Natürlich hängt die Dauer der aktiven Behandlung vom Behandlungsziel ab. Eine umfassende aktive Behandlung dauert meistens ein bis zwei Jahre, bei gravierenden Problemen auch länger. Kleine Einzelzahnabweichungen können schon in wenigen Monaten korrigiert werden.

Die Länge der empfohlenen Retentionsphase variiert ebenfalls stark. Endgültig stabile Ergebnisse wird es in einem vitalen Organismus aber niemals geben. Aus diesem Grund empfehle ich die Dauerretention mit einem dünnen Draht, der auf die Innenseite der Frontzähne geklebt wird. Die Seitenzähne sollen sich bei guter Verzahnung gegenseitig stabilisieren.

„Kann man denn die Behandlungszeit beeinflussen?“
Kurze Behandlungszeiten sind das Ergebnis verschiedener Faktoren. Zuerst einmal sollte natürlich der Behandlungsbeginn optimal geplant werden. Für die Behandlung junger Patienten bedeutet dies, dass der Behandlungsbeginn im Einklang mit der körperlichen Entwicklung und dem Zahnwechsel stehen sollte.

Des weiteren können die Behandlungszeiten bei schonender Arbeitsweise so kurz wie biologisch möglich sein, da wir modernste Materialien und Techniken einsetzen. Und schlussendlich kommt hinzu, dass wir im Regelfall Behandlungstermine in sinnvollem Abstand anbieten können und deshalb nicht Behandlungszeit unnötig verschenken müssen.

Ist die Behandlung denn überhaupt notwendig?

Für kieferorthopädische Behandlungen gibt es viele Gründe. Die Behandlungsbedürftigkeit von Zahn- und Kieferfehlstellungen unterliegt nicht nur zahnmedizinischen, sondern vor allem auch individuellen und gesellschaftlichen Bewertungen.

Kieferorthopädische Behandlungen sind fast immer Wahleingriffe; im Gegensatz zu schweren organischen Erkrankungen gibt es für Zahn- und Kieferfehlstellungen keine absolute Notwendigkeit.

Aus diesem Grund muss jeder Patient seine eigene Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen. Jeder Patient sollte sich folgende Fragen stellen:

  • Was gewinne ich durch die kieferorthopädische Behandlung gesundheitlich und funktionell?
  • Was gewinne ich durch die kieferorthopädische Behandlung ästhetisch?
  • Was passiert, wenn ich die Behandlung unterlasse oder auf später verschiebe? Versäume ich dann etwas?
  • Kann ich mit der Belastung und den Risiken durch die Behandlung selbst umgehen?

Natürlich ist die Beantwortung dieser Fragen nicht immer leicht. Eine ausführliche und faire Beratung hilft dem Patienten, diese Fragen für sich zu beantworten.

Gibt es alternative Behandlungsmethoden?

In der heutigen Zeit boomt der Absatz von Bioprodukten, und die Alternativmedizin erfreut sich immer weiter zunehmender Beliebtheit. Sicherlich können viele gesundheitliche Störungen mit alternativmedizinischen Verfahren positiv beeinflusst werden, doch in der Kieferorthopädie lassen sich Zähne nur mit gezieltem mechanischen Druck durch den Kieferknochen bewegen.

Natürlich träumt ein jeder von einer sanften und biologischen Behandlung, doch die vermeintlich biologischen/alternativen Behandlungsapparaturen sind zumeist nichts anderes als Geräte, die zwischen 1920 und 1960 entwickelt wurden. Sie mögen ihren Einsatzbereich haben, eine Behandlung allein mit herausnehmbaren Geräten – und das sind diese Geräte – ist aber nur in den seltensten Fällen wirklich zufrieden stellend, mal von der überlangen Behandlungsdauer abgesehen.

Schadet denn die feste Spange nicht den Zähnen?

Kieferorthopädische Apparaturen per se verursachen weder Karies noch Zahnfleischentzündungen. Sie erschweren allerdings die Mundhygiene und begünstigen dadurch die Bildung von Zahnbelägen (Plaque), welche ihrerseits zu Karies und Zahnfleischentzündungen führen können. Eine gute Mundhygiene kann somit die Zähne trotz der Apparaturen frei von Zahnbelägen halten und damit vor Karies und Zahnfleischentzündungen verschonen.

Nach jedem Essen müssen daher sowohl die Zähne als auch die Apparaturen sorgfältig mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta gereinigt werden. Auch der Einsatz von fluoridhaltigen Spüllösungen und fluoridiertem Speisesalz kann empfohlen werden. Zudem sollte der Zuckerkonsum eingeschränkt und vielmehr auf Zuckerersatzstoffe bzw. künstliche Süssstoffe zurückgegriffen werden.

Bei mangelhafter Mitarbeit – dies betrifft auch die Mundhygiene – wird die Behandlung sinnvollerweise abgebrochen.
Doch auch bei bester Pflege und Sorgfalt kann es während einer kieferorthopädischen Behandlung vereinzelt zu folgenden Beeinträchtigungen kommen:

  • Verkürzungen an der Wurzelspitze
  • Vitalitätsverlust oder Ankylose (Festwachsen mit dem Knochen) eines Zahnes